Pattaya City Schriftzug am Bali Hai Pier
Pattaya Ladyboy

Pattaya Gestern und Heute – Vom Fischerdorf zur Touristenmetropole

Seit seiner allmählichen Entdeckung als Reiseziel in den frühen 1960er Jahren hat sich Pattaya nicht nur zu einem der wichtigsten Touristenzentren des Königsreichs entwickelt, sondern zur de facto zweitgrößten Stadt des Landes und einem bunten Schmelzpunkt der Kulturen, wo die Grenzen zwischen fernöstlich-buddhistischer und abendländischer Kultur nahtlos ineinander verfließen.

Zahlen aus den Anfangsjahren Pattayas touristischer Entwicklung sind uns nicht bekannt. Die 8,000 Hotelbetten, die es 1986 in Pattaya erst gab, verblassen jedenfalls angesichts der fast 38,000 Gästezimmer, die Pattaya zwanzig Jahre später, 2006, bereithielt. Kaum weitere zehn Jahre später hatte sich diese Zahl nochmals mehr als verdreifacht: Laut einem Bericht der Bangkok Post standen den ständig wachsenden Besucherzahlen im Jahr 2015 ungefähr 2,000 Hotels und Gästehäuser mit 136,000 Zimmern zur Verfügung (Tendenz steigend).

An die neun Million Touristen aus allen Teilen der Welt haben Pattaya 2014 besucht. Kaum zehn Jahre zuvor waren das „gerade mal“ fünf Millionen. Allein 760.000 Deutsche verbrachten 2015 ihren Urlaub in Pattaya – ein nicht unbeträchtlicher Teil auch in Pattaya.
Was also war der Motor dieser kometenhaften Entwicklung aus einem unbekannten kleinen Fischerdorf in die Touristenmetropole, die wir heute kennen?
Die „offizielle“ Legende der Geschichte Pattayas, die in verschiedenen Versionen überliefert ist, lässt sich in etwa wie folgt beschreiben.

  1. Die historischen Anfänge Pattayas im 18. Jahrhundert
  2. Der Vietnamkrieg und die ersten Touristen
  3. Die Geburtsstunde des Sextourismus in Pattaya
  4. „Bumsbomber“, Bar Ladies und Massentourismus
  5. Pattayas Image-Problem
  6. Das „moderne“ Pattaya seit den 1990er Jahren
  7. Pattaya Heute – Tourismus und Lifestyle in „Funtown“
  8. Ist Pattaya das „echte“ Thailand?

Süd-Pattaya bei Nacht, wie wir es heute kennen.

Die Anfänge Pattayas

Unumstritten ist, dass der Name Pattayas sich von „Phraya Tak“ ableitet, einem General der siamesischen Armee in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der später als König Taksin der Große geadelt und berühmt wurde.
Im Jahre 1767, als die feindlichen Burmesen gegen das damalige Königreich von Ayutthaya anstürmten, soll die Armee des Phraya Taks in der Gegend, die später als Pattaya bekannt werden sollte, eine denkwürdige Schlacht gegen die einfallenden Burmesen gekämpft und diese erfolgreich in die Flucht geschlagen haben.

Dem Gebiet des sagenumwobenen Schlachtfelds wurde daraufhin der Name Thap Phraya verliehen, was wörtlich übersetzt „Armee des Phraya“ heißt. Die Wortteile wurden später vertauscht zu Ph(r)attaya – sowas passiert in der Sprachgeschichte ab und an – und deren Aussprache und Schreibweise dann vereinfacht zu Pattaya. Klingt komisch, ist aber so.

Nachdem die Gegend um das heutige Pattaya also im späten 18. Jahrhundert einen ersten Fußabdruck in der siamesischen Geschichte hinterlassen hatte (Thailand sollte es erst viel später geben), blieb es annähernd zweihundert Jahre still an der Ostküste – und Pattaya ein praktisch unbekanntes, verschlafenes kleines Fischerdorf in einer halbmondförmigen Bucht mit breitem Sandstrand und glasklarem Wasser.
Noch in den Fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts war die malerische Bucht von Pattaya nur von ein paar wenigen, alteingesessenen Fischerfamilien bewohnt, und nichts wies hin auf die gewaltigen Veränderungen der folgenden paar Jahrzehnte.
Dann, anfang der 1960er Jahre, war es wieder einmal ein Krieg, der das Fischernest Pattaya aus seinem Dornröchenschlaf erweckte – diesmal der Vietnamkrieg, als Zehntausende von US-Soldaten in Thailand stationiert waren.

Die Bucht von Pattaya um 1960

Der Vietnamkrieg und die ersten Touristen

Tatsächlich befand sich gleich in Sattahip, heute kaum eine halbe Autostunde südlich von Pattaya, ein wichtiger Stützpunkt der US-Marine. Der Flughafen U-Tapao, heute  ein ziviler Flugplatz, wurde zur gleichen Zeit von den Amis als Militärflugplatz ausgebaut und ab 1967 als Stützpunkt für Einsätze u.a. der B-52-Langstrecken-Bomber genutzt. (Einer vermutlich nicht ganz wahrheitsgetreuen Legende nach wurde der B-52 Cocktail übrigens zum ersten Mal in Pattaya gemixt.)
Kein Wunder dass sich die jungen Gis in ihrer knappbemessenen Freizeit (auch „Rest and Recreation“ genannt) gerne an den sauberen Stränden Pattayas vom Horror des Krieges erholten; was per Schneeballsystem daraus folgte, ist Zeitgeschichte.

Der Legende nach trafen am 29. April 1961 (andere Quellen geben einen Tag im juni 1959 an) die ersten US-amerikanischer Gis, die im nahegelegen Marinestützpunkt Sattahip stationiert waren und dringlichst „Rest and Recreation“ benötigten, am Strand des kleines Fischerdorfs Pattaya ein – und lösten bald eine wahre Lawine aus.
Das „Stadtgebiet“ Pattayas war damals kaum größer als der unmittelbare Küstenabschnitt im heutigen Süd-Pattaya – ein winziges Fischernest mit nichts als ein paar Hütten und einem ruhigen breiten Sandstrand unter schattenspendenden Kokosnusspalmen. Den jungen GIs gefiel dieser Fleck Erde aber offenbar so gut, dass schon bald immer mehr Soldaten in ihrer Freizeit die idyllische Bucht besuchten.

Da lag es schon fast auf der Hand, dass das einstige Fischerdorf Pattaya bald zur offiziellen „Rest and Recreation Area“ des US-Militärs auserkoren wurde und ein erstes und (damals) einziges Hotel internationalen Standards gleich gegenüber vom Strand erbaut wurde – die sogenannte Nipa Lodge, die es, obgleich unter anderem Namen, auch heute noch gibt.

Ankunft von US-Soldaten am Pattaya Beach

Die Geburtsstunde des Sextourismus in Pattaya

Die Auswirkungen dieser „amerikanischen Invasion“ waren leicht abzusehen. Nicht nur kamen die ersten Strandverkäufer an die vormals touristenleere Bucht und machten die ersten einfachen Bungalowanlagen, kleinen Shops und Restaurants auf, um die plötzlich entstandene Nachfrage der neuen Farang Besucher zu stillen; diese Jahren waren vor allem die Geburtsstunde der Pattaya-typischen „Bier-Bars“ und des sogenannten Sextourismus der 1970er und 80er Jahre, als man mit „Bumsbombern“ (sic) nach Bangkok flog.

Kaum hatte nämlich die erste Gruppe amerikanischer GIs den Strand von Pattaya für sich eingenommen, da sprangen bereits hunderte, nein, tausende junger Thai Frauen aus dem verarmten Norden und Nordosten des Landes auf den Geruch der begehrten Dollar an und machten sich im Bus auf den Weg nach dem fernen Pattaya, um die Nachfrage der „reichen“ (und sexuell ausgehungerten) US-Boys in noch ganz anderer Hinsicht zu befriedigen.
(„Farang“ ist übrigens ein Lehnwort aus dem Arabischen, das im Mittelalter die seefahrenden Franken bezeichnete und heute pauschal auf weiße, nicht-asiatische Ausländer aus Europa oder Nordamerika angewandt wird.)

Barbos, angeblich die erste Bar Pattayas

Die Pioniere des „Wilden Ostens“ sozusagen brauchten offensichtlich mehr als eine Schale gebratenen Reis und eine Hängematte am Strand, um die erhoffte „rest and recreation“ zu finden. Die braunhäutigen, schlanken Schönheiten aus dem Isaan hatten da offenbar gerade das richtige Heilmittel, um die vorrangig sexuellen Hungersnöte der kriegsgeplagten jungen Männer zu lindern.

„Sin city“, die Sündenstadt, wie Pattaya lange im Volksmund hieß, war quasi die natürliche Antwort auf das bekannte Gesetz von Angebot und Nachfrage – einschließlich in sexueller Hinsicht. Die jungen Soldaten hatten Geld und brauchten Abwechslung. Die Girls aus dem traditionellen Armenhaus Thailands brauchten Geld und hatten meist auch nichts dagegen, sich einen „reichen boyfriend“ aus dem Westen zu angeln.
Prostitution hatte schon damals eine lange Tradition im südostasiatischen Königreich, und der Frauenüberschuss, d.h. der Mangel an einheimischen Junggesellen, war in den 1960ern groß in Thailand. Da kamen vielen Girls die weißhäutigen Langnasen und ihre Dollars gerade recht.

Wie Pattaya damals ausgesehen hat? Außer mithilfe alter Fotos von Pattaya (von denen Ihr hier ja eine Auswahl findet) und ein paar alter VHS Videoaufnahmen ist das heute nur noch schwer nachvollziehbar. Zu sehr hat der Zahn der Zeit an dem alten Fischerdorf Pattaya genagt.
Einer unsrer australischen Emailkontakte, der Pattaya als Soldat im Vietnamkrieg während der frühen 1970er Jahre kennenlernte, hat Bangkok mal beschrieben als eine Art „sexuelles Disneyland“ und eine „total bizarre“ Erfahrung, die einem noch bizarreren Ort – Vietnam in Zeiten des Krieges – kaum nachstand.
Bangkok war schon damals „sehr großstädtisch, überlaufen und schmutzig; mit seltsamen Gerüchen und dollarhungrigen Frauen.“ Was Pattaya angeht, so ließ er uns wissen, war die Kleinstadt kaum weiter der Rede wert. Es war einfach ein „kleinereres, weniger schmutziges und städtisches Bangkok“ – ein „bizarres sexuelles Disneyland“ in Kleinformat sozusagen.

Ein paar Dutzend historischer Fotos aus Pattaya in den Sechziger und Siebziger Jahren findet ihr auf der folgenden Seite:

Die Bucht von Pattaya 1965

„Bumsbomber“ und Massentourismus

Nachdem sich die US-Truppen anfang der Siebziger Jahre schrittweise aus Süd-Vietnam zurückgezogen hatten und Fernreisen auch für westliche Durchschnittsverdiener immer erschwinglicher geworden worden, begannen immer größere Urlauberscharen aus Europa und Nordamerika nach Thailand und auch Pattaya zu strömen.
In den Anfangsjahren des Massentourismus waren das hauptsächlich alleinreisende Herren, die im sprichwörtlichen „Bumsbomber nach Bangkok“ flogen und in die (sex)touristischen Fußstapfen der US-Soldaten traten. Das war so und muss man nicht schönreden.

Während der 1970er und 80er Jahre lockte Pattaya aber nicht nur immer mehr Touristen an, sondern auch Heerscharen thailändischer Klein- und Großunternehmer, die sich die Früchte des wachsenden Tourismus und den damit einhergehenden Wirtschaftsboom geschäftlich zunutze zu machen wussten.
Pattaya wuchs allmählich über die Grenzen des alten Fischerdorfs hinaus, und nicht nur die wachsende Nachfrage westlicher Touristengruppen, sondern auch die einer ständig größer werdenden einheimischen Bevölkerung mussten befriedigt werden.

Während sich die Infrastruktur des alten Fischerdorfs also zunehmend wandelte und den Ansprüchen der westlichen Urlauber und der Pattayaner anpasste, verschwanden nach und nach die alten Fischerhütten vom Strand und wurden ersetzt durch strandnahe Hotels, eine wachsende Zahl internationaler (auch deutscher) Restaurants, sowie nicht zuletzt hunderte kleiner „Bier-Bars“, an denen abends die „Herren der westlichen Schöpfung“ – im Dunstkreis von Singha Bier, Mekhong Whisky und Thai Bar Girls – den sonnigen Tag ausklingen ließen.

Bier-Bar in Pattaya ums Jahr 1980

Die Bar Ladies von Pattaya

Die hervorstechendste Gruppe thailändischer „Kleinunternehmer“, die sich in Pattaya über die Jahre zunehmend niederließen, waren zweifelsohne die Heerscharen von Bar-Mädchen  (auch Bar Girls oder Bar Ladies genannt), die über die Jahrzehnte in Busladungen aus ihren heimatlichen Dörfern im Isaan – einer von Landwirtschaft geprägten und wirtschaftlich nicht nur damals rückständigen Region im Nordosten des Landes – nach Pattaya einrollten.

Angebot und Nachfrage waren dabei noch gleichmäßig verteilt: Wo der scheinbar „reiche“ Single-Mann aus dem Westen die Gesellschaft einheimischer Schönheiten suchte, da teilten die braunhäutigen Girls aus dem traditionellen Armenhaus Thailands alle denselben Traum – nämlich die Armut auf den elterlichen Reisfeldern einzutauschen gegen ein (vermeintlich) „besseres“ Leben in Pattayas Bier-Bars und GoGo Bars, wo sie nicht nur ihre jungen Körper anbieten, sondern vielleicht auch noch den „Mann für’s Leben“ finden konnten.

Die Walking Street im Jahr 1980

Pattayas Image-Problem

Außer ökologischen und gesellschaftlichen Folgen (z.B. Verkehrsprobleme, Kleinkriminalität, Umweltverschmutzung, Drogenmissbrauch usw.), die mit dem unaufhaltsamen Wachstum des ehemals verschlafenen Fischerdorfs einhergingen, so erlitt Pattaya in den Anfangsjahren seiner touristischen Entwicklung vor allem auch einen Imageverlust.
Dank negativer Berichte nicht nur in der deutschsprachigen Presse erlangte Pattaya nämlich schnell zweifelhaften Weltruhm als die „Sexhauptstadt Asiens“.
Nach Pattaya – so nahm man im Westen das anrüchige Städtchen am Meer durch die Brille sensationslüsterner Reporter wahr – kamen ausschließlich weißhäutige „Sextouristen“ aus Deutschland, den USA oder England; Perverse, Pädophile und Kriminelle jeglicher (Ab)art.

Die einseitige Fixierung auf Pattayas Rotlicht-Image, das ursprünglich das wenig rühmliche Fundament gelegt hatte für den unaufhaltsamen Boom Pattayas als Touristenzentrum von Weltklasse, überschattete leider viele Jahre hinweg all die andern Aspekte und Pluspunkte, die einen Ferienaufenthalt in Pattaya auch für Nicht-Sextouristen attraktiv machten.
Keine Frage, Striplokale (sogenannte GoGo Bars) und „Bar Girls“ (Unterhaltungsdamen am Schnittpunkt zwischen Servicekraft und Prostituierter) sind auch heute noch ein wichtiger Bestandteil des allumfassenden „Pattaya-Abenteuers“. Die Sexindustrie – das braucht man nicht schönzureden – ist nach wie vor eine bedeutende Nische im touristischen Angebot der Stadt.
Andererseits ist Pattaya, so wie wir es heute kennen, nicht mehr nur mit alkoholisierten Barbesuchen und „bumsing“ (Pattaya-Slang für, na, Ihr wisst schon) gleichzusetzen. Anders als in seinen Anfangsjahren kann Pattaya nicht mehr nur auf Nightlife und die, wenngleich in abgeschwächter Form, weiterhin florierende Sexindustrie reduziert werden.

Keine Frage, „Unterhaltung für Erwachsene“ spielt weiterhin eine nicht unwesentliche Rolle und garantiert einen fortwährenden Cashflow nicht nur nach Pattaya selber, sondern auch in die Heimatdörfer der in den hiesigen Bars tätigen „Ladies“.
Im nunmehr zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts ist Pattaya aber zunehmend über seine „schlüpfrigen“ Anfänge hinausgewachsen und hat nicht mehr nur der schwindenden Spezies alternder Sextouristen was zu bieten.

Pattaya Beach Road in den Siebzigern

Das „moderne“ Pattaya seit den 1990ern

Seit den 1990er Jahren ist nicht nur die Berichterstattung über Pattaya ausgeglichener und fairer geworden; das Besucherprofil der Millionen ausländischer Touristen, die alljährlich die Reise nach Pattaya antreten, hat sich ebenso verändert mit den Jahren.
Insbesondere seit der Jahrtausendwende ist es Pattaya es in zunehmendem Maße gelungen, immer größere Touristenzahlen aus allen Ecken der Welt und Bevölkerungsgruppen für sich zu begeistern, und hat sich zu einem regelrechten Schmelztiegel verschiedener Kulturen und „lifestyles“ entwickelt.
Ein Blick beispielsweise auf Pattayas Restaurant-Szene, die nicht nur durch Meeresfrüchte und pikante Thai-Spezialitäten besticht (tatsächlich gibt’s hier alles was das kulinarische Herz begehren mag – seien es Pizzas, Wiener Schnitzel und Steaks, leckere indische Currygerichte oder ein „Döner“ vom fahrenden Grill), macht das mehr als deutlich.

Früher hat es pauschal geheißen, Frau und Kinder bringt man nicht mit nach Pattaya. Heute mischt sich eine ständig wachsende Anzahl von Paaren und Familien auch mit Kindern unter die „alteingesessenen“ Single-Männer.
Dank der immer noch relativ niedrigen Lebenshaltungskosten, einem ganzjährig tropischen Klima und dem leichtlebig-lockeren Lifestyle, einer gutausgebauten Infrastruktur und einem überaus attraktiven Immobilienmarkt, hat sich Pattaya aber auch herausgebildet als beliebte Zweit- oder Wahlheimat für tausende von Expats aller Altergruppen sowie Ruheständler aus dem Westen, die sich im Herzen immer noch jung fühlen.

Walking Street 1968

Pattaya Heute – Tourismus & Lifestyle in „Funtown“

Pattaya beherbergt fast zehn Millionen Besucher jedes Jahr. Im letzten Jahrzeit ist die Anzahl der Touristen mehr oder weniger kontinuierlich gestiegen – von 5.8 Millionen im Jahre 2008, über sieben Millionen drei Jahre später, bis hin zu „ungefähr 10 Millionen“ in 2013.
Selbst im Jahr 2014, als aufgrund politischer Unruhen und des Militärputsches die Zahl der Thailand-Besucher vorübergehend abnahm, konnte Pattaya immer noch ca. neun Millionen Touristen verbuchen, darunter 6.5 Millionen Besucher aus dem Ausland. Das sind mehr als bemerkenswerte Zuwachsraten.

Jahrzehntelang stellten Touristen vor allem aus Deutschland und Großbritannien, gefolgt von US-Amerikanern, anderen Europäern und Skandinaviern, den Großteil der Besucher. Viele westliche Urlauber, die einmal für Pattaya Feuer gefangen hatten, wurde treue, jedes Jahr (oftmals mehrfach) wiederkehrende Stammgäste.
Viele der eingefleischten Pattaya-Fans, darunter auch viele Deutsche, haben sich später in Pattaya niedergelassen, entweder um hier geschäftlich tätig zu werden, zum Beispiel in der Bar- und Gastronomieszene, oder einfach um im „Paradies Pattaya“ ihren wohlverdienten Ruhestand zu genießen.
Fraglos haben diese Hunderttausenden von Expats größtenteils aus dem Westen, die über die Jahrzehnte in Pattaya ansässig geworden sind, einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die Entwicklung und Ausformung der hiesigen „Multi-Kultur“, der westlich orientierten Infrastruktur und des Pattaya-typischen Lifestyles gehabt.

Seit dem Zusammenbruch des Kommunismus in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion haben immer mehr „neureiche“ Osteuropäer, insbesondere Russen, angefangen Pattaya zu besuchen.
Kyrillische Buchstaben sieht man heute auf immer mehr Reklametafeln und Speisekarten rund um Pattaya, und manch ein thailändischer Ladenverkäufer, der früher stolz war, ein paar Brocken Deutsch zu beherrschen, hat sich heute ein paar gängige Floskeln Russisch angeeignet.

In den letzten Jahren haben sich diesen neuen Besuchergruppen zunehmend auch noch (Pauschal-) Touristen aus China, Indien, dem Fernen und dem Mittleren Osten hinzugesellt. Tatsächlich stellen Chinesen, die meist in Reisebussen durchs Königreich hetzen, sämtliche verfügbaren Touristenattraktionen in Rekordtempo „abklappern“ und oft nur eine Nacht in Pattaya bleiben, auch hier die mittlerweile größte Besuchergruppe.
Während Osteuropäer und Russen vorzugsweise am Jomtien oder in Naklua ihren Urlaub verbringen, steigen indische und arabische Touristen meist in Süd- oder Central Pattaya ab.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass obgleich die Zahl der Besucher aus Deutschland, Europa und den USA nicht abgenommen hat in den letzten Jahren – tatsächlich können vor allem deutschsprachige Besucher noch immer starke Zuwachsraten verbuchen -, so drohen Europäer doch in vielen Gegenden Pattayas (leider) allmählich zur Minderheit zu werden.

Der Pratamnak Hill und die Bucht von Pattaya 2014

Ist Pattaya das „echte“ Thailand?

Dank des ununterbrochenen Einflusses so vieler verschiedener Kulturen über die Jahrzehnte hat sich Pattaya unweigerlich zur am meisten „verwestlichten“ und kosmopolitischsten Stadt Thailands entwickelt.
Eine zwangsläufige Nebenwirkung dieser kulturellen „Verfremdung“ mag sein, dass man in Pattaya kaum mehr das „wahre, unverfälschte“ Thailand erleben kann. Pattaya ist eben nicht Thailand, heißt es oft – und das mit gutem Grund. Aber natürlich liegt das nicht nur an den „bösen“ Touristen und dem „schädlichen“ Einfluss der westlichen Kultur.

Die vom konservativen Theravada-Buddhismus geprägte, durch eine streng hierarchische Gesellschaftsordnung gekennzeichnete Thai-Kultur hat in den letzten Jahrzehnten nämlich selber einen rapiden Umbruch erfahren, bei dem – auch das ist schließlich Globalisierung – althergrachte „traditionelle Thai-Werte“ zunehmend fremden Einflüssen und Modifikatoren ausgesetzt waren.
Wenn sich auch Thailand – vielleicht stärker noch als andere sogenannte Schwellenländer – urtypisch-eigene Kulturwerte bewahrt hat, so ist auch die moderne Thai-Kultur letztlich eine Mischkultur – und das Postkartenmotiv eines „unverfälschten, echten“ Siam nichts weiter als ein Mythos aus Reiseführern. Anstatt eines nachgestellten Mythos werdet Ihr in Pattaya also das wahrhaftig kosmopolitische Flair eines der aufregendsten Ferienorte Asiens erleben.

Das beste Zeugnis hiervon geben beispielsweise die zahllosen internationalen Speiselokale Pattayas, wo es buchstäblich jede Nationalküche aus allen Ecken des Globus gibt; Pattayas klimatisierte Einkaufszentren und auf „Farang-Geschmack“ ausgerichtete Supermärkte, die nicht nur die kulinarischen Bedürfnisse der stetig wachsender Expat-Gemeinde ansprechen und wo es beinahe alles gibt, was Ihr auch im Supermarkt bei Euch um die Ecke findet.

Aber obwohl Pattaya so offensichtlich “verwestlicht” ist – wenn Ihr nicht nur mit dem Strom des Massentourismus schwimmt, dann könnt Ihr auch in Pattaya noch immer traditionelle thailändische Lebensart und Kultur treffen und erleben:
Landestypische Straßenmärkte, Garküchen und Nudelsuppenstände; buddhistische Tempel und barfüßige Mönche in ihren traditionell orangenen Kutten, die allmorgendlich durch die Straßen ziehen, Almosen sammeln und Gebete murmeln; der einzigartig melodische Klang der Thai-Sprache; die zeichenhaften Buchstaben des Thai-Alphabets; die rhytmischen Klänge volkstümlicher Musik; Gesänge in unnachahmlichen Tonhöhen; nicht zuletzt die schmackhaft scharfen Leckerbissen der traditionellen Thai-Küche.
Lange Rede, kurzer Sinn – Pattaya im 21. Jahrhundert ist ein einzigartiger Schmelztiegel der unterschiedlichsten Kulturen, aber trotzdem eben durch und durch „Thai-Style“.

Lust auf mehr? Hier geht’s weiter mit unserem virtuellen Pattaya-Schnupperkurs:

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